/Digitaltag 2020

Eine Liveübertragung aus der Cafeteria

Nachbericht zur Liveshow "Digitale Lehre - Leicht? Lustig? Lehrreich?"

Neun Kameras, vier Gäste und eine Sängerin – So sieht die Cafeteria im E-Gebäude der Westfälischen Hochschule normalerweise nicht aus. Zum Digitaltag 2020 steuern neun engagierter Mitarbeiter auf dem Korridor vor der Cafeteria, also hinter den Kulissen, die Technik. Aus der zu einem Studio umgebauten Cafeteria in Gelsenkirchen wird eine Liveshow gestreamt. Per Youtube und Facebook TV machen Zuschauer unter anderem bei einem Quiz zum Thema der Show der “Digitalen Lehre” mit. Initiator von diesem Experiments: Das Projekt connect.emscherlippe. 

Die Moderatorin Jessica Mayer unterhält sich vor der Show mit ihren Gästen

Gelsenkirchen. Es ist 17 Uhr an einem Freitag. Heute, am 19. Juni, wagt das Projektteam von “connect.emscherlippe” das Experiment: Eine Liveshow, gestreamt über Youtube und Facebook TV, zum Digitaltag 2020. Dabei befindet sich das hergerichtete Studio in der Cafeteria im E-Gebäude der Westfälischen Hochschule. Ein eher ungewöhnlicher Ort für eine Liveübertragung. Doch das neunköpfige Technik-Team sitzt auf dem Korridor vor der Cafeteria mit Mischpult, Leinwand und einem Pult für die Steuerung der neun Kameras, die innerhalb der Cafeteria aufgebaut wurden. Um den direkten Kontakt der Beteiligten auf ein Minimun zu reduzieren und nicht zu viele Personen in einem Raum zu haben, werden alle Kameras vom Flur aus ferngesteuert – Eine ganz schöne Arbeit für die schutzmasken-tragende Crew hinter den Kulissen.

Thema der Show ist die “digitale Lehre” mit besonderem Fokus auf die Veränderungen an Hochschulen, Universitäten und Co., seit dem Beginn der Pandemie. Klingt erst einmal nicht so spannend, doch die Liveshow ist mit unterhaltenden und lustigen Elementen gefüllt. Mit dem Titel “Digitale Lehre: Leicht? Lustig? Lehrreich?” werden im Voraus bereits die drei Programmpunkte vorgestellt. Ganz getreu dem Motto der Show, “leicht und lustig”, haben sich die Gäste, Prof. Dr. Markus Rüter, Professorin Dr. Tatjana Oberdörster und die Studierenden Antonia und Simon, mit der Moderatorin Jessica Mayer vorab auf ein “DU” geeinigt. 

30 Minuten vor Showbeginn. Nach einmal durchatmen.

Eine entspannte Atmosphäre vor dem Start der Show - Die Aufregung steigt.
Carsten Wolters stellt noch die letzten Details an den Kameras ein.

Nach einer Begrüßung und Vorstellung der vier eingeladenen Gäste, geht es direkt mit dem ersten Programmpunkt, einem digitalen Quiz, los. Das Quiz steht in der ersten Kategorie des Abends “leicht” und ist darum mit vielen Schätzfragen und Multiple Choice Antwortmöglichkeiten versehen. Es soll hier unnützes Wissen behandelt werden. Neben einfachen Fragen, wie “wofür steht das E in E-Learning?”, gibt es auch Schätzfragen zu dem aktuellen Nutzungsanstieg bei Videokonferenztools in Prozentangaben. Der Gewinner unter den Gästen im Studio ist Professor Markus. Auch die Zuschauer können per Mentimeter – einem digitalen Umfragetool – von Zuhause aus am Quiz teilnehmen und außerdem mit den Gästen und der Moderation interagieren, also Fragen stellen oder Inhalte kommentieren. Die Co-Moderatorin Sarah verkündet die Gewinner: Von insgesamt 22 mitmachenden Zuschauern beim Quiz, gibt es gleich vier glückliche Gewinner. Die ausgedachten “Nicknames” der Zuschauer werden natürlich gebührend live erwähnt.

Weiter geht es mit einer musikalischen Unterbrechung durch die aufstrebende Country-Musikerin Siiri. Sie hat keine Mühe gescheut und ist aus dem Sauerland hergereist, um ihren selbstgeschriebenen Song “Let Countrylife live” für uns im “Studio” live zu singen. Eine angenehme Stimmung breitet sich in der Cafeteria aus. Alle lauschen gespannt den Tönen, die der Akustikgitarre entlockt werden. Anschließend belustigt Siiri die Gäste im Studio, indem sie ihren Künstlernamen erläutert. Sie heiße in Wirklichkeit auch Siiri und der Name komme aus dem nordischen Raum. “Doch hätten meine Eltern in die Zukunft sehen können, hätten sie diesen Namen niemals ihrem Kind gegeben”, erzählte sie mit einem lachenden Auge. Die Verwechslung mit dem Sprachassistenten Siri lässt sich heutzutage kaum vermeiden, auch wenn in dem Markenname ein “i” zu wenig vorhanden ist.

Hinter den Kulissen herrscht ein emsiger Betrieb.

Während der Liveshow arbeiten neun Personen im Hintergrund am Livestream.
Video, Ton, CGI-Effekte und Social Media - Alles wird gesondert bedient.

Mit dieser lustigen Stimmung geht es passenderweise zum zweiten Programmpunkt mit der Kategorie “lustig”. Die Gäste erzählen von ihren Erlebnissen mit dem Videokonferenz-Tool Zoom und welche Fail’s sich in den letzten Monaten ereignet haben. Dabei plaudern sie ein wenig aus dem Nähkästchen. Neben amüsanten Geschichten, wie der halbnackte Oberkörper eines Studierenden, der die aktivierte Kamera seines Computers vergessen hatte, tauchen auch andere Klassiker auf: An Meetings zur später Stunde wird auch gerne mal im Bademantel und Pyjama vor der Kamera teilgenommen. Natürlich müssen die Zuschauer und Gäste nach dem Austausch auch eine Anleitung erhalten, wie es sich in Meetings zu verhalten gilt. Eine Art “digitaler Knigge” wird eingespielt und zeigt auf humorvolle Art und Weise sieben Dinge auf, die in Online-Meetings lieber nicht passieren sollten. 

Nach gut einer Stunde ist es soweit: Der letzte Programmpunkt “lehrreich” beginnt. Es wird über die Pro -und Contra Argumente der digitalen Lehre diskutiert. Eine Talkrunde lässt die letzten Monate, eines zum ersten Mal komplett digitalen Sommersemesters, noch einmal Revue passieren. Was lief gut und welche Situationen sollten eher vermieden werden? Studierende – und auf der anderen Seite die Professoren – können sich dabei sehr gut ergänzen und so treffen unterschiedliche Sichtweisen aufeinander. Neben vielen Fragen seitens der Zuschauer über Mentimeter, muss die Diskussion letztendlich einen Abschluss finden. In einem sind sich schlussendlich alle Gäste einig: Keine Ausbildung sollte ausschließlich digital stattfinden, dafür habe die soziale Komponente einen zu hohen Stellenwert. Allerdings wäre eine Kombination aus digitalen Maßnahmen und analoger Präsenzlehre sinnvoll. Die Zeitersparnis und Fahrtkostenreduzierung bei der digitalen Lehre werden sehr geschätzt und als Pluspunkte angesehen. Aber die Wichtigkeit der sozialen Interaktion vor Ort, zum Beispiel in der Hochschule, dürfe nicht außer Acht gelassen werden. 

Während der Abspann läuft, begleitet Siiri mit ihrer Gitarre die letzten Minuten der Liveshow. Mit einer Stunde und 45 Minuten endet die Liveshow und damit auch das Experiment. Am Ende streckten alle Beteiligten geschafft aber glücklich den Daumen nach oben. Im Nachhinein kann das Experiment getrost als geglückt betrachtet werden. Neben den 100 durchgehenden Zuschauern schauten nachträglich noch um die 500 Menschen bei Youtube und Facebook zu. Wer weiß, vielleicht kommt ja bald das nächste Projekt, aus dem das Schutzmasken-tragende Team eine Liveshow machen will?

Neugierig? jetzt noch die Liveshow nachträglich anschauen:

Veröffentlicht von Jessica Mayer am 07.07.2020
Autorin: Jessica Mayer

Kontakt zu connect.emscherlippe

Projektkoordinator connect.emscherlippe
Martin Spiecker
Westfälische Hochschule
Neidenburger Str. 43
45897 Gelsenkirchen

martin.spiecker@w-hs.de
0209/9596-249

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